Ammoniakaustritt – THL Chemie

Datum: 14. März 2014 
Alarmzeit: 8:07 Uhr 
Dauer: 7 Stunden 53 Minuten 
Art: Technische Hilfeleistung 
Einsatzort: Schloßbräugasse, Au 
Mannschaftsstärke: 9 Mann 
Fahrzeuge: Freising-Land 66/1 
Weitere Kräfte: AB Atemschutz-Gefahrgut (Freising), AB Mulde (Au), AB Rüst (Freising), AB Tank (TUM), Au 11/1, Au 21/1, Au 36/1, Au 40/1, Au 42/1, Enzelhausen 47/1, FF Au i. d. Hallertau, FF Enzelhausen, FF Freising Hauptfeuerwache, FF Mainburg, FF Moosburg, FF Nandlstadt, FF Sandelzhausen, FF Wolnzach, Freising 1/25/1, Freising 1/36/1, Freising 1/36/2, Freising 1/40/2 (a.D), Freising-Land 1 (KBR Fischer), Freising-Land 1/6 (KBM Prof. Dr. Scholz), Freising-Land 12/1, Freising-Land 2 (KBI Schmid), Freising-Land 4/2 (KBM Probst), Freising-Land 5 (KBI Baur), Freising-Land 5/2 (KBM M. Forster), Kehlheim-Land 1/5, Kehlheim-Land 4, Kehlheim-Land 4/1, Mainburg 11/1, Mainburg 40/2, Mainburg 40/3, Moosburg 41/1, Moosburg 56/1, Nandlstadt 11/1, Nandlstadt 40/1, Sandelzhausen 41/1, TU Garching 36/2, UG-ÖEL Nord, Weihenstephan 12/1, Weihenstephan 49/1, Weihenstephan 52/1, WF TU Garching, Wolnzach 10/1, Wolnzach 40/1, Wolnzach 48/1, Wolnzach 81/1 


Einsatzbericht:

Die Feuerwehr Au wurde zu einem Ölschaden in einer Brauerei in Au in der Hallertau gerufen. An der Einsatzstelle handelte es sich aber keineswegs um einen Ölschaden sondern um einen Austritt von verflüssigtem Ammoniak. Dies ist eine tiefgekühlte Flüssigkeit, die bei Entweichen in giftiges und ätzendes Ammoniakgas übergeht. Folglich wurde die ABC-Gruppe des Landkreises Freising zusammen mit den Feuerwehren Nandlstadt, Enzelhausen, Sandelzhausen, Mainburg und Wolnzach zu dem Gefahrstoffaustritt in der Brauerei alarmiert. Da ein großer Einsatzaufwand, aufgrund der Gefährlichkeit des Stoffes und der Lage der Brauerei mitten in der Ortschaft, zu erwarten war, wurde noch auf der Anfahrt, mit der Werkfeuerwehr Weihenstephan und den Feuerwehren Freising und Moosburg ein umfangreiches zusätzliches Kontingent nachalarmiert.
Es stellte sich heraus, dass einem Arbeiter in einem Raum bei Wartungsarbeiten am Kühlkreislauf der Brauerei ein Werkzeug gebrochen war, welches eine Leckage und somit den Stoffaustritt verursachte. Hierbei wurde der Arbeiter verletzt. Die ersteintreffende Feuerwehr Au führte die Menschenrettung und nötige Erstmaßnahmen durch. Per Wassersprühstrahl wurde das ausgetretene Gas niedergeschlagen. Rasch mussten sich die Kräfte zurückziehen, sodass sogar ihre Löschfahrzeuge im Gefahrenbereich verblieben. Während die Feuerwehr Freising den Betrieb des Dekontaminationsplatzes übernahm und andere Feuerwehren immer wieder Angriff- und Sicherheitstrupps unter variierender Schutzkleidung stellten, konnte sich die ABC-Gruppe mit der Messtechnik gänzlich auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren. Da anfangs die vorhandene Stoffmenge unbekannt war wurde die Werkfeuerwehr TU Garching angefordert. Diese verfügt über einen auf einen Abrollbehälter aufgebauten Tank, der auch für Ammoniak geeignet wäre. Da Ammoniak glücklicherweise leichter als Luft ist und Windstille vorlag bestand keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung, da das austretende Gas aufstieg und sich verflüchtigte. Gegen 10 Uhr war die Leckage abgedichtet. Daraufhin rückten schrittweise die Feuerwehren Nandlstadt, Enzelhausen, Wolnzach, Mainburg, Sandelzhausen, TU Garching und Moosburg ab. Ein Messtrupp der ABC-Gruppe entdeckte gegen Mittag zufällig eine weitere Leckage. Die Schutzmaßnahmen wurden somit wieder auf die höchste Stufe hochgefahren. Um die FF Freising in ihrer Dekonaufgabe abzulösen wurde gegen 13 Uhr die FF Moosburg erneut alarmiert. Da mit Ammoniak kontaminiertes Wasser in einen Schacht auf dem Brauereigelände abgelaufen war, wurde dieser durch eine Spezialfirma ausgepumpt und die Lösung fachgerecht entsorgt. Bei dem Versuch eines gemischten Trupps aus einem Mitglied der FF Moosburg und einem Mitglied der FF Au, geschützt durch einen Form 3 Chemikalienschutzanzug, das zweite Leck abzudichten wurde von diesen ein drittes Leck an anderer Stelle ausfindig gemacht. Durch die Einsatzleitung wurde entschieden, dass der Raum versiegelt wird, und in den Folgetagen durch eine Spezialfirma der Schaden behoben werden muss, da es außerhalb der Möglichkeiten der Feuerwehrkräfte lag die Leckage vollständig abzudichten. Nach Verschluss des Raumes wurde der Außenbereich auf mögliche Stoffkonzentration kontrolliert. Alle Messungen verliefen hier negativ. Der Gefahrenbereich konnte somit aufgehoben werden und die Aufräumarbeiten starten. Obwohl elf geographisch weit auseinander gelegene Feuerwehren aus vier